Der Oersche Hof

Oerscher Hof: Ein Werk von Schlaun

Oerscher HofAuch wenn es sich nicht hundertprozentig belegen lässt, so spricht doch vieles dafür, dass der Oerscher Hof ein Werk von Johann Conrad Schlaun (1695 – 1773) ist. Die Fachleute sind sich jedenfalls sicher, das der Oerscher Hof vom großen westfälischen Barockbaumeister stammt, der in Diensten des Fürstbischofs und Kurfürsten Clemens August in Münster auch das Schloss, den Erbdrostenhof und die Clemenskirche entwarf. 1748 wurde der Oersche Hof für den Freiherrn Nikolaus Herman Joseph von Beverfoerde errichtet. Dem zweigeschossigen, vierachsigen Backsteinbau wurde 1798 ein Anbau mit Tordurchfahrt hinzugefügt. Durch eine Erbschaft fiel der Hof später an die Familie der Freiherren von Oer.

Bis zum Zweiten Weltkrieg reihte sich an der Königsstraße ein Adelshof an das andere. Der Landadel hatte sie errichten lassen, um den Winter nicht draußen auf den Wasserburgen und –schlössern verbringen zu müssen, sondern um in der damaligen Hauptstadt des Fürstbistums Münster am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Viele Höfe fielen im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer. Nicht alle, aber einige wurden wieder aufgebaut, ganz oder zumindest teilweise. Der Oer’sche Hof hat den Bombenkrieg als einziger an der Königstraße unbeschadet überstanden. Somit zählt er zu den wenigen Bauten von Schlaun, die in Münster im Original erhalten sind. 1976 übernahm der münsterische Verleger Wolfgang Hölker das Gebäude und ließ es restaurieren. Seitdem gehört der Oersche Hof zu den prominenten Restaurants in der münsterischen Altstadt.